Rumänien (România / RO)

Landschaft

Für Rumänien habe ich dieses Kapitel in Regionen aufgeteilt:
> Banat
> Karpaten (Carpaţii)
> Walachei (Muntenia)

Leute

Obwohl man gelegentlich auch andere Radwanderer trifft, erweckt man als solcher immer noch ein besonderes Interesse bei den Rumänen. Nirgendwo bin ich so häufig mit der einheimischen Bevölkerung in Kontakt gekommen, wie in Rumänien. Die Rumänen sind sehr gastfreundlich. Es passiert häufig, dass man von ihnen für einen kurzen Besuch ins Haus gebeten wird. Dabei haben sie wohl in aller Regel keinen finanziellen Hintergedanken. Würde man ihnen am Ende Geld geben, könnten sie sich vielleicht missverstanden fühlen. Sie sind neugierig und freuen sich einfach, dass ein Fremder ihr Land besucht. Hält man in einem der nicht enden wollenden Straßendörfern an, so ist man manchmal schnell von Kindern umzingelt, die Zigaretten schnorren wollen.

In Rumänien leben viele Zigeuner (Roma). Diese sollte man nicht ohne ihr Einverständnis fotografieren, auch wenn es dann etwas kosten könnte. Viele Zigeuner glauben, dass ihnen durch ein Abbild die Seele entzogen wird. Kommt man mit ihnen ins Gespräch, so fangen sie meist sehr schnell an zu betteln, allerdings auf eine sehr herzliche und humorvolle Art und Weise. Dennoch hilft häufig nur Weiterfahren aus der teils doch unangenehmen Situation.

Zigeuner

Zigeuner

Um nach dem Weg zu fragen, sollte man besser junge Leute ansprechen, weil diese häufig gut Englisch oder Französisch sprechen. In einem kleinen Dorfladen auf dem Lande helfen aber meist doch nur Rumänisch und Gestik weiter.

Ochsenkarren

Bedingungen

Über die rumänischen Straßen habe ich schon viel Schlechtes gehört, was ich nicht unterschreiben möchte. In der Tat bin ich auf manchen Straßen ziemlich durchgeschüttelt worden. Dennoch meine ich, dass man auf den rumänischen Straßen besser fahren kann als auf manchen deutschen Radwegen. Richtig große Schlaglöcher gibt es nur selten. Alle Straßen sind sehr breit, und man wird nur selten von Autos geschnitten. Zudem ist das Verkehrsaufkommen gering, wenn man nicht gerade auf den Hauptverbindungsstraßen fährt. Je bedeutender eine Straße ist, desto größer ist ihr Verkehrsaufkommen, desto besser ist aber auch die Fahrbahndecke. Im allgemeinen ist Radwandern in Rumänien nicht besonders gefährlich.

Sind Zigeuner in der Nähe, so sollte man auf seine Sachen acht geben. Die zahlreichen Diebstähle der Zigeuner machen nicht nur Touristen, sondern auch den Rumänen sehr zu schaffen.

Das Wasser aus den zahlreichen Schöpfbrunnen am Straßenrand sollte man nicht trinken, so wie die Rumänen dies tun. Die Mägen der verweichlichten Westeuropäer reagieren auf dieses Wasser oftmals mit Durchfall. Da spreche ich aus Erfahrung!

In Rumänien ist die Fahrrad-Mitnahme in allen Zügen mit Gepäckwagen problemlos möglich. Diese Züge halten jedoch an allen Bahnhöfen, so dass es sehr lange dauert, bis man am Ziel ankommt. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist der offizielle Radtransport mit der Bahn wohl recht teuer. Man kommt jedoch günstiger davon, da der Schaffner im Gepäckwagen lieber ein kleines Schmiergeld haben will.

Die hohe Inflation macht Rumänien zu einem der günstigsten Reiseländer Europas. Dafür muss man in kauf nehmen, dass einer Wechselstube mal das Geld ausgeht oder dass der Maximalbetrag bei einem EC-Geldautomaten gerade mal 170 DM entspricht. Letzteres ist ärgerlich, weil jede Transaktion 5 DM kostet.

Für Rumänien ist ein Visum erforderlich. Dies gibt es für 75 DM bei der Botschaft oder an der Grenze.

Vieles kann in Rumänien länger dauern: bei der Post anstehen, Bahn fahren, vor einer Bahnschranke warten, mit der Fähre nach Bulgarien übersetzen, aber auch eine nette Unterhaltung mit Einheimischen. Deshalb sollte man immer einen kleinen Zeitpuffer im Gepäck haben. Kommt Zeit, kommt Rad!